Wudtone Finishing Kits
Tips & Tricks


Allgemeine Infos:

Ein Wudtone Finish ist nicht mit industriellen Lackierungen zu vergleichen, Farbgebung und Finish unterstreichen die natürliche Beschaffenheit des Holzes und die ist nun einmal sehr individuell.
Holzflächen nehmen je nach Art des Zuschnitts, der Maserung, der Holzfarbe und der Oberflächenbehandlung unterschiedlich Farbe auf.
Jeder, der schon einmal einen Zaun gestrichen hat weiß, dass die Stirnseiten mehr Farbe aufnehmen und damit dunkler werden als die Lattenfläche.
Die Farbgrundierung von Wudtone gleicht zwar sehr gut aus, kann aber die „Lebendigkeit“ des Naturproduktes Holz nicht übertünchen.
Der Umgang mit Deep- und Base Coat, Highlighter und Top Coat erfordert Muße und Geduld!
Der eigentliche Auftrag von Grundierung oder Finish geht fix, die Vorbereitung und vor allem die Trocknung verlangen viel Zeit.
Die Verarbeitung von Wudtone Farben ist nichts für Eilige! Man braucht Geduld und eine wenig jede handwerkliche Arbeit braucht ein klein wenig Übung.
Man sollte sich erst an einem Probestück versuchen, ehe man sich gleich über seine Body hermacht.
Im Shop bei dem Wudtone Zubehör gibt es daher Probeplatten zu kaufen, um die ersten Übungen zu machen.

 

Vorbereiten:

Der zu behandelnde Body darf auf keinen Fall zu fein geschliffen sein! 250er Körnung ist  ausreichend, die aufgetragenen Grundierungsschichten machen den Korpus fühlbar glatt. Zu feiner Schliff lassen Farbe und Öle nicht tief genug eindringen, verursachen Läufer und Flecken. Hat man einen zu fein geschliffenen Rumpf, kann man ihn natürlich wieder aufrauen.
Aber Vorsicht: keine Schleifspuren hinterlassen, denn die werden beim Farbauftrag sichtbar. Ebenfalls ganz wichtig ist, dass der Rumpf nicht grundiert oder geölt ist.. Wer also beispielsweise einen alten Body abschleift, um ihn mit Wudtone zu behandeln, muss bis auf den rohen Holzkern gehen! Dies ist i.d.R. sehr aufwendig, da bei den meisten Lackierungen die Farbe tief ins Holz eindringt. Da das Holz die Farbe unterschiedlich aufnimmt, kann es an manchen Stellen weniger Farbe aufnehmen, was zu helleren bzw. dunkleren Flecken führen kann.

Eine gute Vorbereitung ist extrem wichtig für ein gutes Ergebnis. Jede Macke, jeder Kratzer ist nachher stark sichtbar, da sich dort mehr Farbe fängt, wie auf den glatten Flächen.
Es ist also sehr, sehr sorgfältig zu arbeiten und darauf zu achten, dass der Arbeitsplatz ist immer sauber und frei von harten Teilen ist.

Bearbeiten:

Der Rumpf kommt auf eine im Gitarrenbau übliche Schaumstoffunterlage oder ein großes Handtuch, das mit Haushalttüchern (nach jedem Vorgang neu!) ausgelegt wird.
Für die Farbe ein flaches Schälchen bereitstellen. Bewährt haben sich bei uns gerade Plastikdeckel wie auf Tabak- oder Marmeladendosen. Miniflaschen mit Basecoat etc bereitstellen. Und jetzt kommt das Glaubensbekenntnis aller „Wudtone-Schichtarbeiter“:
Wir brauchen nur ganz wenig Farbe!
Das Produkt ist sehr ergiebig und die Schichten sollen dünn  sein. Zukleistern nützt nichts und verdirbt die Arbeit.
Die Farbmischung in den Plastikdeckel, ein wenig davon auf das Läppchen und dann mit kreisenden Bewegungen in das Holz einreiben. Man kommt damit sehr weit. Zum Schluss in Maserrichtung eventuell überschüssige Farbe abstreifen.
-    Mein Tipp: Auch wenn man nichts abstreifen muss, am Ende immer einmal in Maserrichtung reiben.


Eine der häufigsten Fragen betrifft die deckenden Pigment Farben wie z.B. TV Girl oder Fiesta.

Sehr oft höre ich, dass die Farben nicht deckend wären oder die Farbe eine anderen Farbton hat wie erwartet.
Bei meinen ersten Probeplatten und den ersten Body´s habe ich die gleiche Erfahrung gemacht.
Gerade diese Farben sind stark abhängig von den schon erwähnten Punkten
-    Art des Zuschnitts,
-    der Maserung,
-    der Holzfarbe
-    der Oberflächenbehandlung
eine deckende Lackierung wie von üblichen Nitro- oder 2K Lackierung wird nur schwerlich erreicht.
Ein Kunde ( Vielen Dank an Dietmar Kury ) hat mir einen sehr Tip gegeben, der sehr sehr gut funktioniert und den ich seit dem ausschließlich anwende.
Wie in der Anleitung beschrieben soll die Farbe mit einem Tuch aufgetragen werden, das ist auch richtig, allerdings hat sich die Massagetechnik als sehr wirksam erwiesen.
Die Farbe im gewünschten Verhältnis mit der White Base mischen und in den Deckel geben.
Dann die Nitrilhandschuhe anziehen und die Farbe mit dem Finger aufnehmen und in dem Body einmassieren! So ist gewährleistet das die Farbe auf den Body kommt und nicht im Tuch bleibt.
Bei meinen Versuchen war die Farbe schon nach zwei Schichten deckend.
Es funktioniert genauso gut mit allen anderen Farben, einfach ein wenig probieren.

Und dann heißt es warten: Mindestens 12 Stunden trocknen lassen, auch wenn die Ober flächen recht schnell berührtrocken scheinen. Bei Intensivlack und Topcoat sind die Trocknungszeiten länger (Herstellerhinweis beachten!).  Geduld ist alles und wird am Ende auch mit einer tollen Oberfläche belohnt.
Jetzt liegt noch der getränkte Baumwoll-Lappen rum. Achtung: Der muss entsorgt werden, denn er kann sich selbst entzünden. Es gibt dafür verschiedene Sicherheitshinweise.
Ich mache es so: Lappen kurz auswaschen, nass in den abgestreiften Nitrilhandschuh stopfen und diesen verknoten, damit keine Luft herankommt. Von den Handschuhen sollte man mehrere parat haben, damit keine Fett- oder Schweißflecken auf Holz oder behandelte Oberflächen kommen.

Bevor man sich nach entsprechender Wartezeit (also meist am nächsten Tag) an die nächste Schicht macht, sollte man die Oberfläche mit feiner Stahlwolle leicht abziehen.
Das gleicht eventuelle Farbunterschiede aus und bereitet den anschließenden Auftrag vor. Die grauen Stahlwollpartikel gründlich abpusten (ich benutze einen Fön mit Kaltluft).

Sind alle Schichten plus Topcoat drauf, sollte der Rumpf zur Aushärtung am besten  hängen!

Polieren und Fertigstellung:

Zum Polieren der Topcoat-Schicht:
Dies macht erst Sinn, wenn die Glanzschicht von sich aus völlig durchgehärtet ist, also erst nach zwei bis drei Monaten.

Videos gibt es von Wudtone auf deren YouTube Kanal.